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„Ssäh la wieh" - ist so das Leben?

Theatergruppe „Buntspecht" präsentierte sich als „Hausgeist"

UWE KLEMENS

ALTES LAGER - Man nehme: einen Tisch, einen Gasbetonstein, eine Wäscheleine, ein bisschen Kinderwäsche und eine Pistole. Dazu eine Handvoll spielfreudiger Laiendarsteller, ein gutes Jahr Probenzeit - fertig. Als „Hausgeist" Nummer 33 präsentierte die Theatergruppe „Buntspecht" am Wochenende, was sich aus diesem Mix machen lässt. „Ssäh la wieh" nennt das neunköpfige Ensemble unter Leitung von Eike Mewes seine erste Produktion. Sechs als Dialoge angelegte Szenen aus dem schier unüberwindlich gegensätzlichen Miteinander von Mann und Frau haben die seit unter dem Dach der Volkshochschule agierenden Darsteller auf die Bühne gebracht. Erdacht hat die Szenen der in Berlin lebende Autor Wolfdietrich Schnurre. Schnell wird klar, worum es in all diesen Szenen geht. Immer entpuppt sich die unterdrückte Frau nach mehr oder weniger langer Partnerschaft als schikaniertes Opfer. Mal mit Ironie und Spott, mal mit herber Waffengewalt erobert sie sich das Terrain der Gleichberechtigung zurück. Alle Dialoge leben vom harten Kontrast aus Witz und Gewalt. Beeindruckend die größtenteils vorhandene schauspielerische Souveränität der Darsteller. Nach der Auflösung des Berliner Schillertheaters begab sich der Berliner Regisseur Eike Mewes auf die Suche nach neuen Aufgaben. Nach seinem Umzug nach Rangsdorf erfuhr er von der Theatergruppe am Fontane-Gymnasium und hatte gefunden. Überrascht von schauspielerischen Talent vieler Schüler suchte er nach Mög-lichkeiten, diese Talente auch nach dem Ende der Schulzeit weiter zu fördern. Als Kursleiter der Volkshochschule konnte er dies tun. Zu ehemaligen Fontane-Schülern gesellten sich bald andere Interessierte Jeden Freitag um 18 Uhr trifft man sich zur Theater Werkstatt in der Mahlower Förderschule. Die offizielle Kursdauer einer Doppelstunde wird nie eingehalten. Mit Spaß und Ernsthaftigkeit zugleich wird geprobt.
► Weitere Aufführungen von „Ssäh La wieh" gibt es am 11. September um 18 Uhr im Wünsdorfer Theater im Bunker, am 12. September um 16 Uhr zum Museumsfest in Glashütte, im Gasthof und am 18. September um 19 Uhr im Zauberhaus Wilhelmshorst bei Potsdam.

Nur mit einer Pistole und Mut kann es gelingen, einen Mann zum Zuhören zu bewegen. Maria Locher und Franz Schneeweiß bewältigten diese Szene beeindruckend realistisch.

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