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Konflikt um eine neue Liebe

Konflikt um eine neue Liebe
Rangsdorfer Amateurtheater inszeniert Stück von Gerhart Hauptmann


Von Andrea von Fournier

Rangsdorf. Überglücklich strahlten Schauspieler, Regisseur, Souffleuse und Tontechniker am Sonntag, als sich großer Beifall erhob und sich der Vorhang der Rangsdorfer Theatersaison zum letzten Mal senkte. Mit Gerhart Hauptmanns Stück „Vor Sonnenuntergang" brachte das Amateurtheater „Buntspecht" ein Drama auf die Bühne, das 1932 im Deutschen Theater Premiere feierte. „Beängstigend, aber ähnliches läuft auch heute noch ab“, kommentierte das eine Besucherin.

In „Vor Sonnenuntergang" überrascht das Leben den 70-jährígen, vom Tod seiner Frau gebrochenen Witwer und erfolgreichen Medienunternehmer Matthias Clausen mit der erwiderten Liebe der 19-jähıigen Inken. Doch seine erwachsenen Kinder sind voll Abscheu gegen diese für sie wider natürliche Beziehung Siegfried und fühlen sich um ihr Erbe betrogen, als der Vater erneut heiraten will. Mit Tricks und Raffinesse betreiben sie seine Entmündigung. Der Alte, Feingeist und seriöser Geschäftsmann, fühlt sich gedemütigt, menschlich und gesellschaftlich von der Familie kaltgestellt. Er erliegt verzagt, zornig und entmutigt einem Herzinfarkt, bevor seine Liebste mit ihm fliehen kann.

Auch die sechste und letzte Vorstellung des Stücks haben die Rangsdorfer Mimen überzeugend absolviert, obwohl die plötzliche Erkrankung eines Darstellers Regisseur und Theatergründer Eike Mewes zu einem beherzten Selbsteinsatz auf der Bühne zwang.

Zum zweiten Mal nach 201.5 haben die über ein Dutzend Laienschauspieler zwei Stücke in einer Saison aufgeführt. Das wurde möglich, weil die Zahl der spielfreudigen Rangsdorfer immer größer wurde und mit Susan Klaffer, einer ehemaligen Regiestudentin von Eike Mewes. das zweite Stück inszenierte. Neu war ein Experiment Susan Klaffers, wobei die Mimen aus mehreren Angeboten ausgewählt hatten. So kam „Paranoid" in der Inszenierung von Klaffer auf die Bretter der Rangsdorfer Kulturscheune. Darin suchen Menschen in einer Notgemeinschaft einen Ausweg aus einem Fiasko. „Wir konnten den Zuschauern ein politisch aktuelles Thema bieten und sie sind mit vollem Kopf nach Haus gegangen", freute sich Susan Klaffer. Auch dieses Stück wurde sechsmal vor vollem Haus gezeigt.

Siegfried Fiedler als Matthias Clausen (M. ).

Foto: von Fournier

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