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"Einsame Menschen"


Tiefgründige Inszenierung
- MÄRKISCHE ALLGEMEINE
Theatergruppe ,,Buntspecht“ zeigt „Einsame Menschen“
Von André Kasubke


Rangsdorf - Der größte Lohn für einen Schauspieler ist der Beifall des Publikums. Und davon gab es am Freitagabend in der Kultur-scheune Rangsdorf reichlich. Dort feierte die Theatergruppe ,,Buntspecht“ die Premiere des Stückes ,,Einsame Menschen“, das aus der Feder von Gerhart Hauptmann stammt.

Im Mittelpunkt des 1890 entstandenen Stückes steht der Naturforscher Johannes Vockerath (Darsteller: Matthijs van der Woude), in demder Konflikt zwischen Forschung und Kirchenlehre tobt. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Frau Käthe (Antje Eh-rentraut), die sich vorwirft, ihm geistig nicht gewachsen zu sein, und der platonischen Zuneigung zu Anna Mahr (Sabine Hess). Die Züricher Studentin ist für den Getriebenen eine Verwandte im Geiste, während die streng gläubigen Eltern das Wirken ihres Sohnes als Irrglauben ansehen. Diese verschiedenen Lebensauffassungen imHause Vockerath führen schließlich zum Familienkonflikt, der in einer Katastrophe endet.

Mit dieser anspruchsvo1len Inszenierung bleiben sich die ,,Buntspechte“ auch in ihrer mittlerweile 13. Inszenierung treu. "Nur weil wir eine Amateurbühne sind, müssen wir nicht nurSchwänke spielen. Wir möchten unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anregen", sagt Regisseur Eike Mewes. Der Berliner Autor bringt seit 2004 mit seinen Darstellern in Rangsdorf undUmgebung Theaterstücke auf die Bühne - mit großem Erfolg, wie die Reaktionen des Publikums bewiesen.

Bereits in der 15-minütigen Pause musste Mewes viele Hände schütteln, die ihm zur gelungenen Premiere gratulierten. Darunterwar auch Ursula Klucke. ,,Die Entwicklung der ganzen Truppe ist wirklich bemerkenswert", schwärmt die Rangsdorferin. ,,Alle spielensehr gefühlvoll, beinahe schon professionell.“ Ihre Tochter Andrea, die als Souffleuse den Schauspielern zur Seite steht, freute sich, ,,dassdas Pubfikum von Anfang an auf das Stück eingeht.“ Tatsächlich: wenn Johannes Vockerath im Selbstmitleid versinkt oder seine Käthe unter der Abweisung ihres Mannes leidet, ist die Spannung im Zuschauerraum greifbar. Aber auch für Lacher ist Platz, vor allem beim gemeinsamen Auftritt des alten Vockerath (Detlef Schlüpen)und des Pastors Kollin (Siegfried Fiedler) in leicht weinbeschwingtem Zustand.

Wer sich von der Rangsdorfer Schauspielkunst überzeugen möchte, hat in der Seebadallee 53 noch folgende Gelegenheiten dazu: Am 26.und 27. September um jeweils 19 Uhr und am 28. September um 17 Uhr.


Foto: ANDRE KASUBKE

Regisseur Eike Mewes (r.) konnte stolz auf die Leistung seiner Darsteller sein.

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