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Wortklaubereien von A bis Z

Claudia Padur aus Luckenwalde und Eike Mewes aus Rangsdorf präsentierten auf der Leipziger Buchmesse ihr erstes gemeinsames Buch "Auf ein Wort".

FOTO: MARGRIT HAHN

ELINOR WENKE SCHRIEB . . .

Wortklaubereien von A bis Z
Eike Mewes und Claudia Padur präsentieren ihr erstes Buch / Teilnahme an der Leipziger Messe

LUCKENWALDE -
Beim Besuch der Leipziger Buchmesse hat sich für Claudia Padur aus Luckenwalde und Eike Mewes aus Rangsdorf ein Traum erfüllt. Sie präsentierten gemeinsam ihr erstes Buch. „Auf ein Wort” ist der Titel des 94-Seiten-Werkes aus dem Verlag Neue Literatur, das druckfrisch in die Buchhandlungen kommt.
In seinen alphabetischen Wortklaubereien nimmt Eike Mewes Wörter und Begriffe unter die Lupe, erkundet deren Herkunft und den heute zum Teil veränderten Sinn. Von A wie anständig bis Z wie zynisch macht er sich Gedanken über alte und neue Bedeutungen, über Missverständnisse und Missbräuche - und tut dies eher amüsant und witzig als streng wissenschaftlich-trocken. Zwar hat der 64-Jährige Duden und Lexika gewälzt. Zwar nutzte er seine Kenntnisse in Altgriechisch und Latein, um Wörter abzuleiten. Doch hinzu kamen Lebenserfahrung und philosophischen Überlegungen, „das Gedankengut eines ganzen Lebens”, wie er sagt. Der studierte Philosoph und Theaterwissenschaftler war als Regisseur u.a. am Berliner Schillertheater tätig.
„Ich hatte es ein Leben lang im Herzen, ein Buch zu schreiben, habe es mir aber nicht zugetraut”, gibt Mewes zu. Und doch hat die Tätigkeit als Regisseur dafür beste Grundlagen geliefert. „Der Beruf hat mit Sprache zu tun, und man ist gezwungen, Einfälle zu produzieren.” Immer wieder hat er ldeen, die er als Regisseur nicht umsetzen konnte, in einen „Zettelkasten” verfrachtet und später herausgeholt. „Obwohl das Buch mit viel Witz und Ironie geschrieben ist, ist es keine Geschichte, die man einfach so runterliest, deshalb musste es bebildert werden”, ist sich Mewes sicher. Die Illustratorin fand er in Claudia Padur (43). Die beiden hatten sich an der Volkshochschule kennen gelernt.
Auch Claudia Padur traute sich den Auftrag zunächst kaum zu. Da es aber neben einem Wandbild und einer gestalteten Verpackung ihr dritter Traum war, ein Buch zu illustrieren, nahm die Grafikerin die Herausforderung an. „Als ich das Buch gelesen hatte, war ich erschlagen”, gibt sie zu. Doch nach einem Jahr und zwei Monaten hatte sie die 26 Bleistiftzeichnungen im Format 24 mal 32 Zentimeter fertig. Mewes hatte nichts zu nörgeln, „treffsicherer hätten die Zeichnungen nicht sein können”, lobt er die Luckenwalderin.
Claudia Padur hat in ihren Zeichnungen ihre ganze Familie und das Mobiliar ihrer Arbeitsstelle versteckt, widmet Eike Mewes ein Motiv, und selbst CDU-Politikerin Angela Merkel bekommt ihr Fett ab. Um sich selbst als Porträt oder ihre Tochter beim Handstand zu zeichnen, mussten Fotos herhalten. Ihre Hand malte Claudia Padur vom Spiegel ab. Für laufende Sportschuhe half Marathonläufer Ingo Nötzel mit Zeitschriftenvorlagen.

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