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Kurze, ausdrucksstarke Dialoge

Eike Mewes mit seinem Buch "Der Tag ist nur der weiße Schatten der Nacht".

FOTO: URSULA CZERLINSKI

URSULA CZERLINSKI SCHRIEB . . .

Kurze, ausdrucksstarke Dialoge - ähnlich wie ein Drehbuch

Der Rangsdorfer Autor und Regisseur Eike Mewes präsentiert heute auf der Leipziger Buchmesse sein neues Werk.

RANGSDORF - Heute präsentiert der Rangsdorfer Autor Eike Mewes sein neues Buch „Der Tag ist nur der weiße Schatten der Nacht” auf der Leipziger Buchmesse. Es ist das zweite Buch nach den sprachwissenschaftlichen Wortspielereien, die 2005 unter dem Titel „Auf ein Wort” erschienen - und es ist völlig anders.
„Filmgeschichten” nennt Mewes seine drei Erzählungen, die ähnlich einem Drehbuch nur kurz in Ort und Handlung einführen. Kein Schildern ausführlicher Geschichten, keine langen Personenbeschreibungen, stattdessen schnelle Blickwechsel, kurze und knappe, aber ausdrucksstarke Dialoge, Überraschung und Spannung. Den Charakter der Figuren und Teile der Geschichte kann und soll sich der Leser mit seiner Vorstellungskraft selbst zusammensetzen. In einer Probelesung unter Bekannten fand Mewes sein Prinzip des filmischen Erzählens bestätigt, obwohl ihn die Reaktion der Zuhörer erst mal verwirrte. „Die Bilder laufen noch”, erklärten alle als Begründung für ihr Schweigen. Sicher liegt es auch am Inhalt der Titelgeschichte, in die der Autor seine Erfahrungen aus über 30-jähriger Tätigkeit als Regisseur an deutschen Bühnen ebenso einfließen lässt wie autobiografische Bezüge. Denn die Erzählung, in der sich zwei während und kurz nach dem Krieg geborene Söhne mit ihren noch den Idealen und Werten vor allem der Nazi-Zeit nachtrauernden Eltern auseinandersetzen und sich selbst postionieren müssen, gibt sicher Anlass zur Diskussion.
Die beiden anderen Geschichten sind moderne Krimis mit aktuellen Bezügen. "Das war gar nicht beabsichtigt, das hat sich beim Schreiben verselbstständigt", sagt Mewes lachend, der bisher weder Krimis las noch schrieb. Seine Einfälle, früher im Zettelkasten festgehalten, sind jetzt im PC, an dem er am liebsten nachts arbeitet. Ein Jahr hat er für das neue Buch gebraucht. „90 Prozent der Geschichte sind bei mir schon lange im Kopf, dann kommen die letzten zehn Prozent und ich schreibe es auf”, sagt er.Überraschend, einfallsreich, originell - das zählt heute viel im Buchmarkt und ist nicht nur ein künstlerisches, auch ein wirtschaftliches Kriterium. Schließlich soll das Buch auch Käufer finden. Bei einer Lesung am 27. April in der Rangsdorfer Bibliothek gibt es Gelegenheit zur Diskussion.

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