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doppelt gemoppelt

AG Jugendliteratur & Medien der GEW (AJuM)
Landesstelle Niedersachsen / Ausschuss Wittmund

doppelt gemoppelt
Wer kennt es nicht mehr, das Teekesselchen-Spiel? Ein und das gleiche Wort mit je unterschiedlichen Bedeutungen. Die beiden Wissenden geben nach und nach Eigenschaften ihres Begriffes preis, die Zuhörer müssen das „Teekesselchen“ erraten. Dabei lernen alle Beteiligten, mit der Sprache und ihren Begriffen umzugehen. Und Spaß macht es auch noch.

Eike Mewes & Claudia Padur:
1906 Teekesselchen
Jena: Verlag Neue Literatur 2008
www.vnl.de
ISBN 978-3-938157-73-2
126 Seiten * 16,90 € * ab 8 Jahre

Fast 2000 Begriffe, sogenannte Homonyme, hat Eike Mewes gesammelt und uns zur Verfügung gestellt. Wenn uns selbst kein Wort mit Mehrfach-Bedeutung einfällt – hier haben wir einen Fundus, der dies einfache und doch so schöne Spiel bis ins hohe Alter garantiert. Streng genommen müssen die Begriffe gleich geschrieben und auch gleich ausgesprochen werden (modern und modern sind also keine und auch Paris und Paris nicht), bei Verb und Nomen sind die Meinungen uneins: Siegen und siegen, Acht und acht, (die) Stimmen und (das) Stimmen usw.

Die Teekesselchen (die Herkunft des Namens ist übrigens unklar) sind alphabetisch sortiert: links das fett gedruckte Wort, rechtsbündig die Bedeutungen aneinandergereiht. So stehen hinter „Ableitung“ gleich mehrere Bedeutungen (Blitzableitung; Differenzialquotient; Kennwert des Isolationswiderstandes; Heilverfahren) und wird von Kindermund sicher nicht benutzt werden. Die Affenschaukel ist da eventuell schon / noch bekannter und der Chip / die Chips erst recht.

Zu vielen Buchstaben hat Claudia Padur ganzseitige Zeichnungen beigesteuert: eine Birne in einer Glühlampenfassung, einen Hasen, dessen Ohren in einem Löffel münden, eine grün-orange-farbene Raupe auf einem Kettenrad und eine Schnecke, dessen Haus in eine Schraubwindung passt. Sehr detailreich und zumeist sehr witzig gestaltet.
Um die ansonsten eher gleichförmige Aufzählung aufzulockern, werden die Bilder verkleinert auch noch zwischen Wort und Erklärung eingestreut, diesmal allerdings nicht sinnvoll zu den Wörtern passend, sondern eher zufällig. Der Anhänger, der an einer Halskette hängt, passt so gar nicht zu den Teekesselchen „Schwein“, „Schweineohr“ oder „Schweizer“.
Ein kurzweiliges Buch, das nicht allzu weit oben im Regal stehen sollte.

Diese Rezension steht im Internet unter
www.ajum.de (Datenbank)

Ulrich H. Baselau * Osterstr. 30 * 26409 Wittmund * Ulrich@Baselau.de

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